So ist dieser Bericht entstanden
Recherche. Dieser Beitrag ordnet öffentlich zugängliche Informationen ein. Wir haben die genannten Angaben am 8. September 2026 geprüft. Eine persönliche Nutzung war nicht Teil dieses Beitrags.
- Gegenstand
- Schutzangaben auf Sonnenschutzmitteln, vorgeschriebene und unzulässige Herstelleraussagen sowie Hinweise zur Anwendung
- Stand der Prüfung
- Grenzen
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- Der Beitrag wählt kein Produkt für einen Hauttyp aus und bewertet keine einzelne Creme. Das lässt sich ohne individuelle Untersuchung nicht seriös tun.
- Alle Aussagen zu Schutz und Anwendung stammen aus der genannten EU-Empfehlung und aus Verbraucherinformationen. Wir haben keine eigene Messung durchgeführt.
- Die Angaben gelten für gesunde Haut. Bei Hauterkrankungen, in der Schwangerschaft, bei Kindern und bei lichtempfindlich machenden Medikamenten braucht es eine individuelle Einschätzung.
- Der Beitrag diagnostiziert nicht und beschreibt keine Hautbilder. Er nennt nur, wann eine ärztliche Abklärung der richtige Schritt ist.
Verantwortlich für diesen Beitrag: Leyla Akgün. Grundsätzliches zum Vorgehen steht unter So arbeiten wir.
Auf jeder Tube Sonnencreme steht eine große Zahl. Sie ist die einzige Angabe, die die meisten von uns beim Kauf vergleichen, und sie beschreibt weniger, als sie zu versprechen scheint. Der Lichtschutzfaktor sagt, wie stark ein Produkt unter Prüfbedingungen vor einer bestimmten Wirkung der Strahlung schützt. Er sagt nicht, wie lange du in der Sonne bleiben kannst und wie viel Creme am Ende auf deiner Haut liegt.
SPF ist eine Zahl mit Grenzen
Der Lichtschutzfaktor ist ein Verhältnis. Gemessen wird, welche Strahlungsmenge auf geschützter Haut gerade eine leichte Rötung auslöst, verglichen mit ungeschützter Haut. Er bezieht sich überwiegend auf den UVB-Anteil der Strahlung, also auf den Teil, der für den Sonnenbrand verantwortlich ist.
Zwei Dinge folgen daraus. Erstens steigt der Schutz nicht im gleichen Maß wie die Zahl. Nach den Angaben der EU-Empfehlung 2006/647/EG absorbiert ein Produkt mit Lichtschutzfaktor 15 etwa 93 Prozent der UVB-Strahlung, eines mit Lichtschutzfaktor 30 etwa 97 Prozent. Der Unterschied zwischen 30 und 50 ist kleiner als der zwischen 15 und 30. Zweitens ist die Zahl an eine Prüfmenge gebunden: Die Prüfung erfolgt mit 2 Milligramm Creme pro Quadratzentimeter Haut, was bei einem durchschnittlichen Erwachsenen etwa sechs Teelöffeln entspricht. Die Empfehlung hält ausdrücklich fest, dass diese Menge größer ist als das, was üblicherweise aufgetragen wird, und dass eine halbierte Menge den Schutz um bis zu zwei Drittel senken kann.
Auf der Verpackung steht diese Prüfmenge nicht. Wer sie kennt, versteht aber, warum zwei Menschen mit derselben Tube unterschiedlich geschützt sind. Was in der Tube steckt, lässt sich dagegen nachlesen: Die UV-Filter stehen in der Zutatenliste, und wie du sie liest, erklärt unser Beitrag zu den Zutatenlisten auf Kosmetikverpackungen.
UVA, UVB und die zweite Angabe
Der Lichtschutzfaktor allein genügt nicht. Die EU-Empfehlung verlangt, dass ein Sonnenschutzmittel auch gegen UVA-Strahlung schützt, und verknüpft beide Werte: Der UVA-Schutzfaktor soll mindestens ein Drittel des angegebenen Lichtschutzfaktors betragen. Zusätzlich nennt die Empfehlung eine kritische Wellenlänge von mindestens 370 Nanometern. Diese zweite Zahl ist der Grund, warum hochwertige Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor nicht automatisch auch einen hohen UVA-Schutz haben, wenn der Hersteller die Verknüpfung nicht einhält.
In der Praxis erkennst du das an einer zweiten Kennzeichnung. Ein Produkt, das die Empfehlung erfüllt, trägt das UVA-Zeichen, meist ein eingekreistes UVA. Fehlt es, sagt das nicht sofort, dass der UVA-Schutz unzureichend ist. Es heißt nur, dass du ihn anhand der Verpackung nicht einordnen kannst.
Für Kleidung gilt eine ähnliche Logik. Bedeckende Kleidung schützt, aber wie viel, hängt vom Gewebe, von der Webart und davon ab, wie das Stück gepflegt wird. Wo Angaben zu Material und Ausrüstung stehen, haben wir für Textilien untersucht: Welche Materialangaben du genauer lesen solltest, lässt sich auf Sonnenschutzkleidung übertragen. Wenn ein Hersteller einen UV-Schutzfaktor für ein Kleidungsstück nennt, ist das eine vergleichbare Angabe mit vergleichbaren Grenzen.
Menge, Nachcremen und Wasser
Die Empfehlung verlangt, Sonnenschutz vor dem Aufenthalt in der Sonne aufzutragen und mehrfach nachzucremen, besonders bei Schwitzen und nach dem Schwimmen und Abtrocknen. Nachcremen verlängert die Zeit nicht, die du in der Sonne bleiben kannst. Es hält den Schutz aufrecht, der durch Sonnencreme, Wasser, Schweiß und Reibung verloren geht.
Die Angabe wasserfest ist dabei keine Dauerangabe. Sie bezieht sich auf genormte Prüfbedingungen mit Wasserkontakt und nicht darauf, wie viel Creme nach dem Abtrocknen mit dem Handtuch noch auf der Haut ist. Für einen Tag am See heißt das: nachcremen, nachdem du dich abgetrocknet hast, und nicht erst, wenn die Haut sich warm anfühlt.
Wo die Tube zwischen zwei Ausflügen liegt, hat außerdem mit der Aufbewahrung zu tun, die wir aus einem anderen Zusammenhang kennen. Wie sich Pflegeprodukte in einem kleinen, warmen Bad verhalten, steht im Erfahrungsbericht zu fester Pflege und ihren Ablageflächen. Eine Tube, die den ganzen Sommer im warmen Auto liegt, ist ein anderer Fall als eine, die im Schatten steht.
Was auf der Verpackung nicht stehen darf
Die Empfehlung listet auf, welche Aussagen unzulässig sind. Dazu gehören ein hundertprozentiger Schutz vor UV-Strahlung, Begriffe wie Sunblocker und die Behauptung, das Produkt müsse unter keinen Umständen erneut aufgetragen werden. Ebenso wenig darf der Eindruck entstehen, ein Mittel schütze den ganzen Tag.
Vorgeschrieben sind dagegen Hinweise, die genau das Gegenteil klarstellen: der Hinweis, trotz Sonnenschutz nicht zu lange in der Sonne zu bleiben, der Hinweis, Säuglinge und Kleinkinder nicht dem direkten Sonnenlicht auszusetzen, und die Feststellung, dass übermäßige Sonnenexposition ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellt. Auch der Hinweis auf eine zu geringe Auftragsmenge gehört dazu.
Ein weiterer Punkt betrifft das Umfüllen. Wer Sonnencreme in eine kleine Flasche für die Tasche füllt, hat danach einen Behälter ohne Lichtschutzfaktor, ohne UVA-Zeichen und ohne Warnhinweis. Bei Nachfüllpackungen für Sonnenschutz stellt sich dieselbe Frage wie bei anderen Produkten: Was veröffentlichte Anleitungen zusagen und was nicht, steht in unserem Vergleich zu Refill-Verpackungen und ihren Nachfüllanleitungen.
Was die einzelnen Angaben offenlassen
Auf einer Sonnenschutzverpackung begegnen dir fünf Angaben. Jede davon beschreibt etwas Bestimmtes und lässt den Rest offen.
| Angabe | Was sie beschreibt | Was sie offenlässt |
|---|---|---|
| Lichtschutzfaktor | Den Schutz vor UVB-Strahlung unter Prüfbedingungen mit 2 Milligramm pro Quadratzentimeter Haut | Wie viel Creme du aufträgst und wie lange du in der Sonne bleibst |
| UVA-Zeichen | Dass der UVA-Schutz mindestens ein Drittel des Lichtschutzfaktors beträgt | Wie hoch dieser Schutz genau liegt |
| Kategorie | Die Einordnung zwischen niedrigem und sehr hohem Schutz | Ob ein Produkt zu deiner Haut passt |
| Hinweis wasserfest | Eine Prüfung mit Wasserkontakt | Wie viel Creme nach dem Abtrocknen noch auf der Haut liegt |
| Hinweis zum Nachcremen | Dass der Schutz aufrechterhalten werden muss | Wie oft das im Einzelnen nötig ist |
Hautreaktionen ernst nehmen
Nicht jede Rötung ist ein Sonnenbrand, und nicht jede Reaktion ist eine Allergie. Manche Menschen reagieren auf einzelne UV-Filter, manche auf Duftstoffe in einem Produkt, und manche Medikamente verändern die Lichtempfindlichkeit der Haut. Ob einer dieser Fälle bei dir vorliegt, lässt sich nicht aus einer Verpackung ableiten und auch nicht aus einem Test für zu Hause. Warum ein solcher Test kein Befund ist, erklärt unser Beitrag dazu, was ein Selbsttest zu Hause aussagen kann.
Was eine allgemeine Empfehlung nicht leisten kann
Dieser Beitrag kann erklären, welche Angaben auf einer Verpackung stehen, was sie bedeuten und wie sie geprüft werden. Er kann kein Produkt für einen Hauttyp auswählen. Dafür fehlen ihm die Informationen, die nur eine Untersuchung liefert: wie deine Haut auf Strahlung reagiert, welche Stoffe du bereits nicht verträgst, welche Medikamente du nimmst und wie lange du dich im Freien aufhältst.
Aus demselben Grund nennt dieser Text keine Empfehlung für Kinder, für die Schwangerschaft oder für Menschen mit einer diagnostizierten Lichtdermatose. Für Säuglinge gilt nach den öffentlichen Empfehlungen ohnehin, sie gar nicht dem direkten Sonnenlicht auszusetzen. Schatten, Kleidung, eine Kopfbedeckung und die Tageszeit bleiben wirksamer als die Frage, welche Tube im Regal steht.
Ein letzter Punkt betrifft die Werkzeuge. Wer den UV-Index verfolgt, nutzt dafür oft eine App. Eine App ist kein Messgerät, sondern eine Darstellung von Daten, und sie fragt dafür Berechtigungen ab. Worauf du bei Berechtigungen, Konto und Löschung achtest, steht in unserem Beitrag zu den Angaben vor dem Download einer Gesundheits-App.
Zum Weiterlesen
Wenn du Kleidung mit UV-Schutz trägst, entscheidet die Pflege mit, wie lange der Schutz erhalten bleibt. Was die Zeichen im Etikett über Waschen, Trocknen und Bügeln sagen, steht in unserem Beitrag zu den Pflegezeichen auf Textilien.
Und falls eine Creme doch nicht zu dir passt: Bei geöffneten Kosmetikprodukten gelten für Rückgabe und Widerruf andere Bedingungen als bei ungeöffneter Ware. Was du vor dem Absenden eines Pakets klärst, steht in unserem Beitrag zu Rückgabe und Umtausch bei Onlinebestellungen.
Quellen und Stand der Recherche
- Empfehlung der Kommission vom 22. September 2006 über die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln und diesbezügliche Herstellerangaben
- Fragen und Antworten zu Sonnencreme und gesundheitlichen Risiken
- Verbraucherinformationen zu Sonnenschutz und richtiger Anwendung
- Regelungen zur Kennzeichnung kosmetischer Mittel, darunter Zutatenliste und Haltbarkeit nach dem Öffnen
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