So ist dieser Bericht entstanden

Recherche. Dieser Beitrag ordnet öffentlich zugängliche Informationen ein. Wir haben die genannten Angaben am 25. August 2026 geprüft. Eine persönliche Nutzung war nicht Teil dieses Beitrags.

Gegenstand
Die Angaben, die eine Gesundheits-App vor dem Download sichtbar macht: Zweck, Berechtigungen, Konto, Export, Löschung und Werbeaussagen
Stand der Prüfung
Grenzen
  • Wir haben für diesen Beitrag keine Anwendung installiert und keine Datenschutzerklärung eines Anbieters bewertet.
  • Der Beitrag prüft keine Messgenauigkeit und keine medizinische Wirkung einer App.
  • Berechtigungsnamen und Store-Angaben ändern sich mit Betriebssystem und Anbieter. Geprüft ist der Stand vom 25. August 2026.

Verantwortlich für diesen Beitrag: Jonas Renner. Grundsätzliches zum Vorgehen steht unter So arbeiten wir.

Nach der Installation ist der erste Bildschirm kein Eingabefeld, sondern eine Abfrage: Standort erlauben? Die Anwendung zeichnet den Zyklus auf. Warum sie dafür den Standort braucht, erklärt sie nicht.

Gesundheits-Apps sortieren Werte, erinnern an Einnahmen und führen Listen, die auf Papier schnell unleserlich werden. Vor dem Download stehen aber selten die Fragen, die später zählen: Wohin gehen die Daten, wer sieht sie, und was passiert, wenn du die Anwendung wieder löschen willst.

Wie du einen Arzttermin vorbereitest, für den diese Werte gedacht sind, steht in unserem Beitrag zur Vorbereitung eines Arzttermins.

Und wenn du einen Wert zu Hause selbst misst, ist die Frage, was ein Ergebnis überhaupt aussagt, eine eigene. Dazu haben wir aufgeschrieben, wie sich ein Selbsttest zu Hause einordnen lässt. Hier geht es nur um das Stück davor: die Entscheidung über die Installation.

Der App-Store-Satz ist noch keine Erklärung

Jede Store-Seite hat einen Abschnitt zum Datenschutz. Dort steht in kurzen Zeilen, welche Datenkategorien der Anbieter nach eigener Angabe erhebt und ob sie mit dir verknüpft werden. Das ist eine Selbstauskunft des Anbieters. Der Store prüft sie nicht nach, und er prüft auch nicht, ob die Angaben zur tatsächlichen Anwendung passen.

Nützlich ist der Abschnitt trotzdem, wenn du ihn als Fragebogen liest und nicht als Zeugnis. Steht dort „mit dir verknüpft“, wandern die Angaben in ein Konto und nicht nur auf dein Gerät. Steht dort „zur Verbesserung des Produkts“, ist nicht geklärt, was das konkret bedeutet. Fehlt der Abschnitt ganz, ist das keine Entwarnung, sondern eine Lücke.

Zwei weitere Angaben auf derselben Seite lohnen einen Blick. Erstens, ob die Anwendung In-App-Käufe anbietet, denn ein Teil der Funktionen hängt dann hinter einer Zahlung. Zweitens, wie oft die letzte Aktualisierung war. Eine Anwendung, die seit Jahren nicht gepflegt wird, bekommt auch keine Sicherheitskorrekturen mehr.

Berechtigungen nach Funktion fragen

Die brauchbarste Frage lautet nicht „Ist diese Berechtigung schlimm?“, sondern „Welche Funktion fällt weg, wenn ich sie ablehne?“. Ein Schrittzähler braucht Zugriff auf Bewegungsdaten. Ein Medikamentenwecker braucht Benachrichtigungen. Ein Zykluskalender braucht ein Datum und sonst nichts.

Fällt dir zu einer Berechtigung keine Funktion ein, ist das der Moment, in dem du sie ablehnst und beobachtest, was passiert. Auf aktuellen Betriebssystemen kannst du Berechtigungen einzeln vergeben, nur für die Nutzung erlauben oder später wieder entziehen. Manche Anwendungen funktionieren vollständig ohne Konto und ohne Netzverbindung, weil sie alles auf dem Gerät speichern. Andere zeigen ohne Freigabe nur noch einen leeren Bildschirm. Beides ist eine Information über den Aufbau der Anwendung.

Ein Sonderfall sind die Gesundheitsplattformen der Betriebssysteme. Dort kannst du einzelnen Anwendungen erlauben, Werte zu lesen oder zu schreiben. Lies diese Liste wie ein Adressbuch und nicht wie eine Einbahnstraße. Wenn eine Anwendung deine Schritte lesen darf, du aber nur deine eigenen Einträge sehen willst, ist die Freigabe zu weit.

Konto, Datenexport und Löschung

Viele Gesundheits-Apps verlangen ein Konto, bevor du den ersten Wert eintragen kannst. Prüfe vorher drei Dinge, und zwar in dieser Reihenfolge.

Funktioniert die Anwendung ohne Konto? Wenn nein, welche Angaben verlangt die Anmeldung wirklich, und brauchst du dafür eine E-Mail-Adresse, die deinen Namen trägt?

Gibt es einen Export? Nach der Datenschutz-Grundverordnung hast du ein Recht auf Übertragbarkeit deiner Daten. Entscheidend ist, was der Anbieter daraus macht: ein lesbares Format, das du anderswo öffnen kannst, oder eine Datei, mit der nur die eigene Anwendung etwas anfängt.

Gibt es eine Löschfunktion in der Anwendung selbst? Wenn das Löschen nur über eine Nachricht an den Support möglich ist, ist der Weg länger, und du hast keinen Nachweis. Wichtig ist außerdem der Unterschied zwischen drei Dingen: die Anwendung vom Gerät entfernen, das Konto löschen und die Daten löschen lassen. Das Deinstallieren ist nicht die Löschung. Ein Konto bleibt bestehen, wenn du nur die Anwendung entfernst.

Wer vorher wissen will, welche Angaben eine Buchung oder Bestellung von dir braucht und was du davon behalten solltest, findet die gleiche Logik in unseren Beiträgen zu den Unterlagen bei Gesundheitskosten.

Und wer wissen will, was vor dem Absenden gesichert sein sollte, findet das für den Fall von Rückgabe und Umtausch online aufgeschrieben. Dort geht es um Belege, hier um Zugänge. Die Frage ist beide Male, was du nach zwei Jahren noch belegen kannst.

Gesundheitsversprechen sauber einordnen

Manche Gesundheits-Apps sind Medizinprodukte. Sie tragen dann eine Zweckbestimmung, eine Kennzeichnung und eine Risikoklasse, und ihre Aussagen sind an genau diesen Zweck gebunden. Andere sind reine Wellness-Anwendungen: Sie zählen, erinnern und zeigen Verläufe, ohne etwas festzustellen.

Ein Sonderfall lohnt die Aufmerksamkeit. Anwendungen, die von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet werden können, stehen in einem Verzeichnis, das das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte führt. Ein Eintrag dort bedeutet, dass bestimmte Anforderungen an Datenschutz, Datensicherheit und Qualität geprüft wurden. Er bedeutet nicht, dass die Anwendung für dich passt.

Achte auf die Wortwahl in der Beschreibung. „Unterstützt“, „erinnert“ und „dokumentiert“ beschreiben eine Funktion. „Erkennt“, „senkt“ oder „verbessert“ behaupten eine Wirkung. Wer eine Wirkung behauptet, muss sie belegen können, und dieser Nachweis fehlt in den meisten Store-Texten. Wie unterschiedlich Angaben ausfallen können, zeigt der Blick auf die Schutzangaben bei Sonnencreme: Eine Zahl auf der Vorderseite erklärt die Anwendung nicht, und ein Store-Text erklärt die Wirkung einer Anwendung nicht.

Für Inhaltsstoffe und Kleingedrucktes gibt es eine gute Übung, die sich auf Apps übertragen lässt. Wer eine Zutatenliste liest, lernt schnell, dass die Reihenfolge etwas bedeutet und dass ein Begriff vorne nicht dasselbe ist wie derselbe Begriff weiter hinten. Wie das bei Kosmetik funktioniert, steht in unserem Beitrag zum Lesen von INCI-Angaben. Bei einer App ist die Entsprechung die Reihenfolge, in der eine Datenschutzerklärung die Datenarten nennt.

Eine kleine Checkliste vor dem Download

Diese sechs Punkte passen auf einen Zettel und dauern wenige Minuten:

  1. Zweck in einem Satz: Was soll die Anwendung für dich tun, und brauchst du dafür wirklich eine Anwendung?
  2. Datenarten: Welche Kategorien nennt der Store-Abschnitt, und welche davon sind Gesundheitsdaten?
  3. Berechtigungen: Welche Funktion gehört zu welcher Freigabe, und welche kannst du ablehnen?
  4. Konto: Geht es ohne, und welche Angaben verlangt die Anmeldung?
  5. Löschung und Export: Gibt es beides in der Anwendung, oder führt der Weg über den Support?
  6. Kosten: Ist die Nutzung dauerhaft kostenlos, oder hängt ein Teil hinter einem Abonnement?

Der letzte Punkt hat eine eigene Falle. Viele Anwendungen sind im Store kostenlos und werden erst nach dem Anlegen eines Kontos kostenpflichtig. Prüfe deshalb vor dem Abschluss, ob der Preis pro Monat oder pro Jahr gilt und wie sich ein Abonnement wieder beenden lässt.

Was diese Prüfung nicht leisten kann

Wir haben für diesen Beitrag keine Anwendung installiert und keine Bewertung einzelner Anbieter vorgenommen. Die Liste ersetzt keine Sicherheitsprüfung und keine rechtliche Einschätzung. Sie sortiert nur die Angaben, die du ohne Fachwissen sehen kannst.

Sie sagt auch nichts über die Messgenauigkeit. Ob ein Wert richtig gemessen wird, hängt vom Gerät, von der Anwendung und von der Anwendung am Körper ab, und das lässt sich nicht am Store-Text ablesen. Wenn ein Wert für eine Behandlung wichtig ist, gehört diese Frage in die Praxis und nicht in eine Rezension.

Was übrig bleibt, ist eine Entscheidung, die du treffen kannst: installieren, ablehnen oder erst einmal eine Woche ohne Anwendung ausprobieren. Alle drei sind vertretbare Wege.

Zum Weiterlesen

Zwei Beiträge, die an einer ähnlichen Stelle ansetzen. Wenn aus der Installation ein Abonnement wird, gelten die Regeln, die auch sonst für Abonnements gelten. Was vorher sichtbar sein sollte, haben wir für ein Abo vor dem Abschluss zusammengestellt; die Fragen zu Laufzeit, Verlängerung und Kündigungsweg sind dieselben.

Und wenn du unsicher bist, ob eine Bezahlseite echt ist, hilft der zweite Blick vor der Zahlung. Die Hinweise, die wir zum Erkennen von Fake-Shops gesammelt haben, gelten auch für eine Seite, die dir eine Gesundheits-App verkaufen will.

Quellen und Stand der Recherche

  1. Informationen zu Berechtigungen und zum Umgang mit mobilen Anwendungen · Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Informationsseite zu mobilen Geräten · geprüft am Gestützt darauf: Welche Berechtigungen eine Anwendung anfragen kann und was sie technisch ermöglichen.
  2. Informationen zu Auskunft, Datenübertragbarkeit und Löschung nach der Datenschutz-Grundverordnung · Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Informationsseite für Verbraucherinnen und Verbraucher · geprüft am Gestützt darauf: Welche Rechte du gegenüber einem Anbieter hast und was ein Löschverlangen umfasst.
  3. Informationen zum Verzeichnis der digitalen Gesundheitsanwendungen · Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Informationsseite zu digitalen Gesundheitsanwendungen · geprüft am Gestützt darauf: Wie eine erstattungsfähige Gesundheitsanwendung von anderen Anwendungen unterschieden wird.
  4. Informationen zu Gesundheits-Apps, Abonnements und Geschäftsbedingungen · Verbraucherzentrale Bundesverband, Informationsseite zu digitalen Gesundheitsangeboten · geprüft am Gestützt darauf: Worauf bei Abonnements und bei Angaben zu Kosten in Anwendungen zu achten ist.

Recherchestand: . Wo eine Regel vom Vertrag, vom Bundesland oder vom Anbieter abhängt, steht das im Text.

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